Hexenkessel Heppenheim


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Heppenheim als Hexenkessel

Kneipenfestival: Gäste begeistert von der Stimmung in 15 Lokalen – Musik bis zum frühen Morgen
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HEPPENHEIM. „In Heppenheim ist Musik drin“, hatte Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) bereits vor dem Kneipenfestival in der Kreisstadt am Donnerstag gewusst. Bei der von Monkey Jump Festivals veranstalteten Heppenheimer Nacht traten in 15 Locations insgesamt 19 Bands, Solomusiker und DJs auf. Vergleichbar mit dem Bensheimer Maiway war es das erste Ereignis dieser Art in Heppenheim.

Das Eröffnungskonzert gab Claus Eisenmann, Mitbegründer der derzeit erfolgreichsten Band Deutschlands, der Söhne Mannheims, im Amtshof. Bereits zu diesem Zeitpunkt war es die von Herbert gewünschte „heiße Nacht im Oktober“. In den meisten der 15 Lokale war Bewegung fast unmöglich, Wartezeiten von 20 Minuten und mehr für ein Bier war oft Standart.

Nach Eisenmann sorgten lokale und regionale Bands in den Kneipen für Stimmung. Im vergleichsweise mäßig besuchten Winzerkeller legte DJ Benny Partyhits der vergangenen 20 Jahre auf. Im Café N an der Wilhelmstraße sorgte die Band Desperado mit Hits aus den achtziger Jahre und swingenden Easy-Listening-Elementen für Andrang. Sitzplätze zu ergattern war kaum möglich. Extra aus Frankfurt war eine Reisegruppe aus den USA angereist, um das Festival mitzuerleben. Die Amerikaner zeigten sich begeistert vom Flair an der Bergstraße und dem Event selbst. „Etwas vergleichbares haben wir in den USA glaube ich gar nicht, Konzerte über eine ganze Stadt verteilt. Und Menschen aller Altersgruppen feiern zusammen“, sagte ein Mitglied der Gruppe, die vom Café N aus in den Hexenkessel pilgerte. Diese Kneipe an der Ecke Lehrstraße/Darmstädter Straße war an diesem Abend Heppenheims Marktplatz.

Die Alien Brainsuckers sorgten mit energetischen Cover-Songs von Klassikern unter anderem von REM und The Who für die bestbesuchte Location. Wohl auch, weil die in der Eintrittskarte enthaltenen Ein-Euro-Rabatte hier für alle Getränke galten. Teils rein akustisch begeisterte die Band auch Timo Leister, der mit seiner Mutter zum Feiern gekommen war. „Das war richtig tolle Musik, da konnte man ganz schön das Tanzbein schwingen“, sagte er. Im Bistro Chocolate am Kleinen Markt coverte sich der Solokünstler Jonas durch Musikklassiker von Depeche Mode bis zu Lenny Kravitz. Er zog vor allem ältere Kundschaft an.

Im Havanna an der B 3 und im Emapanada am Marktplatz waren lateinamerikanische Rythmen à la Los Lobos und Mana zu hören. Dort traten die Bands Willy Fontanez featuring Salsaribe und Sunset Sessions auf. Gegenüber des Empanadas im Goldenen Engel gab es anspruchsvoll mit Saxophon instrumentierte Hits aus Pop und Rock von der Band Pro Sax.

Zwischendrin gab es im Filou Funk von Gail Duncan & Word Up Band. „Dass das am Ende sogar richtig gute und so unterschiedliche Musik ist, hat mich wirklich überrascht. Auch wenn ich nicht wegen der Musik gekommen bin. Aber auch, dass es so krass besucht ist, wundert mich. Ich glaube, mittlerweile hab ich ganz Heppenheim schon gesehen“, sagte die sechzehn Jahre alte Laura begeistert und beschrieb mit ihrer Aussage die gute Stimmung der meisten Gäste.

Für noch mehr Abwechslung sorgten die Hesse-James-Bluesband mit Hillbilly, Blues und Country im Hirsch an der Lehrstraße und die Blues-Rock-Band Souhaas im A – Z in der Altstadt, mit ihrem dritten Auftritt binnen weniger Tage in Heppenheim. Klar, dass auch diesmal die Liebeserklärung an Sebastian Vettel mit dem Song „Vettel fahr vor!“ nicht fehlte. Nicht nur wegen des erfolgreich Auto fahrenden Heppenheimers, sondern vor allem aufgrund des Events war Martin Tampe begeistert von dem Abend. „Ich bin extra aus Lorsch hergelaufen, weil keiner mit mir fahren wollte. Aber das war es definitiv wert! Das ist wie in einer richtigen Großstadt.“ Eingängige Pop-Songs servierten 2 Heads im Schwanen am Rathaus. Die am meisten extravagante Show lieferten wohl die Cover Kidzz im Herzblut an der Schunkengasse mit Covern und dem Glamour aus den siebziger Jahren. Im Scotland Yard (Sickinger Hof), dessen Keller man zeitweise gar nicht erreichen konnte, spielte das Duo Tuesdays Gone Akustik-Rock.

Auch als der Hauptakt längst vorbei war und keine Band mehr spielte, waren Heppenheims Kneipen noch brechend voll. Gegen 3 Uhr sammelten sich dann alle, die noch stehen konnten, wieder im Heppenheimer „Marktplatz“, dem Hexenkessel.

Bis morgens war es im Hexenkessel kaum möglich, einen Sitzplatz zu finden. So ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur die Festivalbesucher, sondern auch alle Organisatoren hochzufrieden waren mit dem Ereignis. Und auch der Bürgermeister dürfte zufrieden gewesen sein, denn mit seiner gewagten These hatte er tatsächlich Recht: „In Heppenheim ist Musik drin.“
Robin Brand
4.10.2008


(Quelle:/www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=664866)


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